Geldanlegen für Anfänger – Erstelle dein Portfolio

Wer träumt nicht von hohen Renditen? Bei der Geldanlage ist Vorsicht geboten, da eine höhere Rendite grundsätzlich immer mit einem höheren Risiko verbunden ist. 

Die Zusammenstellung des eigenen Portfolios sollte daher gut geplant werden.

Wie stelle ich mein Portfolio zusammen?

Man muss die Risiken kennen, um gezielt damit umgehen zu können. Die Geldanlage sollte ein freudiges Thema sein, denn die Suche nach passenden Investments macht Spaß und bedeutet zudem, dass entsprechendes Kapital zur Anlage vorhanden ist (dieses kann auch gering sein). Aber wer etwas besitzt, empfindet das Risiko des Verlustes plötzlich ganz anders. Deshalb muss die Geldanlage wohl überlegt und mit genau geplantem Risiko erfolgen.  

Der erste Schritt bei der Geldanlage: Tagesgeldkonto

Auch wenn Tagesgeld derzeit kaum nennenswerte Zinsen bringt, ist die Eröffnung eines Tagesgeldkontos der erste Schritt zum Vermögensaufbau – getreu dem Motto: Wenig ist besser als gar nix! Das Geld ist täglich verfügbar und es ist allemal besser 0,25% Zinsen darauf zu bekommen als das Geld auf dem Girokonto zu belassen, wo keine Zinsen gewährt werden.

Meine Strategie: Monatlich Geld auf dem Tagesgeldkonto einzahlen, bis sich dort ein Betrag in Höhe von drei Monatsgehältern angesammelt hat. Dieses Geld dient dann als Rücklage.

Der zweite Schritt bei der Geldanlage: ETF – Sparpläne

Mit einem ETF Sparplan investiert man monatlich Geld in einen ETF deiner Wahl. Dies ist oftmals bereits ab einem monatlichen Sparbetrag von 25 EUR möglich. Auch ist es möglich, anstelle von monatlichen Beträgen quartalsweise oder halbjährlich einzuzahlen. Wer regelmäßig spart und früh damit anfängt, der profitiert von dem Zinseszinseffekt.

ETF Sparpläne sind darüber hinaus extrem flexibel und können an die Lebenssituation angepasst werden. Sollte das Geld einmal anderweitig benötigt werden, kann die Sparrate gesenkt oder der Sparplan komplett pausiert werden.

Meine Strategie: Monatlich in drei verschiedene ETF Sparplane einzahlen, ggf. nehme ich noch einen vierten Plan mit auf.

Der dritte Schritt bei der Geldanlage: Aktien

Wer noch etwas mehr Geld zur Verfügung hat oder einen ETF Sparplan schlicht zu langweilig findet, der kann im dritten Schritt ausgewählte Aktien direkt kaufen.

Einzelaktien bieten größere Chancen, sind aber auch mit mehr Risiko verbunden. Man sollte Aktien ebenfalls als langfristige Investition betrachten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich Anfänger vom schnellen Erfolg oftmals blenden lassen und daher unvorsichtig werden. Daher empfehle ich eher auf weniger spekulative Titel zu setzen und gezielt – anhand einer vorher klar festgelegten Strategie – etablierte Unternehmen zu kaufen. Beispielsweise kann man gezielt auf Dividendentitel setzen. Dies führt dazu, dass man sich noch einen weiteren Einkommensstrom durch Dividenden aufbaut.

Meine Strategie: Ich habe derzeit 6 Einzelaktien in meinem Depot und möchte diese Zahl auf 15 ausbauen. Warum 15? 15 Unternehmen kann ich ohne viel Zeitinvestment gut im Auge behalten und auf Ereignisse schnell reagieren. Wer mehr Zeit investieren möchte, kann die Anzahl sicherlich nach oben anpassen. Dies hat dann eine weitere Risikostreuung zur Folge.

Optional: Der vierte Schritt bei der Geldanlage: Staatsanleihen

Aufgrund der derzeit äußerst geringen Verzinsung von Staatsanleihen habe ich bislang auf diesen Schritt verzichtet. Für deutsche Staatsanleihen musste man in den letzten Jahren sogar zahlen (man hat als für diese sichere Form der Geldanlage einen Negativzins gezahlt!) – derzeit beträgt der Zins für Staatsanleihen mit 10 jähriger Laufzeit ca. 0,25%.

Im Jahr 2018 hat die US Notenbank FED jedoch damit begonnen, die Leitzinsen kontinuierlich anzuheben. Insgesamt ist mit steigenden Zinsen für Staatsanleihen zu rechnen. Man sollte diese Alternative der Geldanlage daher nicht aus den Augen verlieren.  

Meine Strategie: Zinsentwicklung beobachten und bei steigenden Zinsen investieren.

Weitere Schritte bei der Geldanlage: P2P und Crowdinvesting

Für Fortgeschrittene kommen weitere Anlagealternativen wie P2P Kredite oder das sog. Crowdinvesting infrage.

P2P Kredite

P2P Kredite (englisch: peer-to-peer lending) sind Kredite, die direkt von Privatpersonen an Privatpersonen (engl. peer to peer) als Privatkredite vergeben werden. Ein Finanzinstitut, wie z. B. eine Bank, als Vermittler wird nicht benötigt. Die Kreditvermittlung läuft über sog. Marktplätze.

P2P Kredite versprechen eine hohe Rendite, sind aber – wie du dir denken kannst – mit höheren Risiken verbunden. Daher eignet sich sollte diese Form der Geldanlage eher für Fortgeschrittene. Des Weiteren sollte nur ein kleiner Prozentsatz des Vermögens hier angelegt werden.

Meine Strategie: Ich habe bislang nur einen geringen Betrag über die Plattform Mintos investiert. Über eine Auto-Invest-Funktion wird mein Geld automatisch an verschiedene Kreditnehmer verteilt. Um mein Ausfallrisiko zu reduzieren vergebe ich pro Kreditnehmer nicht mehr als 10 EUR Kredit. Sollte daher tatsächlich ein Teilkredit ausfallen, kann ich dies aufgrund dieser Begrenzung gut verschmerzen.

Crowdfunding bzw. Crowdinvesting

Der Begriff Crowdfunding stammt aus dem englischen Sprachraum und setzt sich aus den Wörtern „crowd“ (also „Gruppe“) und „funding“ („Finanzierung“) zusammen. Als deutsches Synonym wird in diesem Zusammenhang daher die Bezeichnung „Schwarmfinanzierung“ verwendet.

Crowdfunding ist eine Möglichkeit für Gründer oder Personen, die gern ein bestimmtes Projekt umsetzen möchten und ihnen dafür leider das Kapital fehlt. Über die Methode des Crowdfundings kann beispielsweise ein Startup Eigenkapital generieren. Dies geschieht, indem sich Privatpersonen zumeist in Form stiller Beteiligungen an dem Unternehmen beteiligen und dem Startup somit Eigenkapital zur Verfügung stellen.

Man kann also jungen, aufstrebenden Startups dabei helfen, genügend Kapital für ihr Unternehmen einzusammeln. Im Gegenzug erhält man eine überdurchschnittliche Verzinsung oder wird am Unternehmenserfolg beteiligt.

Meine Strategie: Ich schau mir die kapitalsuchenden Unternehmen und die dahinterstehende Geschäftsidee regelmäßig an. Sofern ich von beidem überzeugt bin, investiere ich kleine Beträge in das jeweilige Unternehmen. Wer weiß: Vielleicht ist es ja das Google von morgen 🙂

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5 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Überblick Deiner Strategien je Asset-Klasse.
    Siehst Du die oben genannten Schritte tatsächlich als sequenzielle Schritte? Also Aktien nach ETF Sparplan, etc.? Oder sollte nicht besser zuerst eine Asset Allocation festgelegt werden, nach welcher dann die Asset-Klassen ausgewählt werden?
    Hier als Anregung: https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/10/06/welche-investments-soll-ich-taetigen-fuenf-goldene-regeln-fuer-die-richtige-asset-allocation/
    Viele Grüße
    MFF

    Gefällt 1 Person

  2. Danke dir für das Feedback. Dein Beitrag ist ebenfalls interessant und in der Tat auch eine gute Möglichkeit für Anfänger. Ich glaube, dass gerade Anfänger mit diesem Herangang gut beraten sind, es gibt aber sicherlich viele Möglichkeiten. Da sind wir uns doch auch einig, dass das Wichtigste ist, dass sich jeder Gedanken zum Vermögensaufbau machen sollte 🙂 Hierzu dient mein Beitrag und auch mein Blog: Motivation für Anfänger, sich mit dem Thema Geldanlage aktiv zu beschäftigen.
    Dir einen guten Jahresstart und BG
    Oliver

    Gefällt mir

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