Warum du weniger Geld hast, wenn du NICHT investierst

„Aktien, Anleihen oder Fonds sind zu riskant – ich lasse mein Geld lieber auf dem Konto!“

Die o.g. Aussage habe ich schon oft gehört. Die Deutschen sind vorsichtig, wenn es um Investitionen in Wertpapiere (z.B. in Aktien) geht. Während durchschnittlich jeder zweite Amerikaner Aktien hält, hat nur jeder zehnte Deutsche Aktien im Depot. Dies liegt u.a. daran, dass die Deutschen ein Volk der Sparer sind. Schon meine Großmutter hatte mir ein Sparbuch empfohlen, da bekommt man ja schließlich Zinsen und das Geld ist sicher!

Dies mag vielleicht in der Vergangenheit gegolten haben, die Zeiten haben sich jedoch geändert. Die Inflationsrate in Deutschland beträgt im Januar 2019 1,4%. Sie ist damit zwar im Vergleich zu den Vormonaten etwas gesunken (im Oktober 2018 betrug sie ca. 2,5%). Für Sparer bedeutet dies aber dennoch, dass die Inflation täglich ihre Erträge mindert. Derzeit ist das besonders gravierend, da die Zinsen auf einem historisch niedrigen Niveau liegen.

Inflation bedeutet nämlich nichts anderes, als dass das allgemeine Preisniveau steigt. Die Produkte am Markt werden also teurer und das Geld verliert an Wert.

Anders ausgedrückt: Wer nicht investiert, erleidet folglich einen realen Kapitalverlust, da das Kapital bei der gegenwärtigen Inflationsrate jährlich an Wert verliert. Du als „Sparer“ kannst also dabei zusehen, wie dein Geld täglich an Wert verliert.

Hierzu folgendes Beispiel:

Wer heute 1.000 EUR in seinen Safe legt und dort bei einer angenommenen Inflationsrate von 2,5% jährlich liegen lässt, hat nach 25 Jahren zwar immer noch 1.000 EUR. Aufgrund des allgemeinen Anstiegs des Preisniveaus hat dieser Betrag dann aber nur noch einen Gegenwert von ca. 540 EUR. Der Wert des Geldes hat sich damit halbiert.

Anleger sollten daher ihre eigene Strategie auf den Prüfstand stellen und investieren.

Wie sollte investiert werden?

Bei einer Investition sollte nicht leichtsinnig nur auf die (versprochene) Rendite geschaut werden um die Inflation auszugleichen. Vielmehr gilt es hierbei auch die Risiken, die mit einer Geldanlage verbunden sind, im Auge zu behalten.

Welche Anlagen individuell geeignet sind, hängt von der Laufzeit, den Sparzielen und der Risikobereitschaft ab.

Für kurzfristiges Sparen bietet sich immer die Anlage auf Tagesgeldkonten an. Die Zinsen sind derzeit jedoch sehr gering z.B: 0,3%, so dass sich bei einer Anlage von 10.000 EUR in einem Jahr „nur“ 30 EUR Rendite ergeben.

Andere Sparformen – wie beispielsweise P2P („Peer-to-Peer) Kredite – versprechen höhere Zinsen, sind allerdings mit mehr Risiken verbunden.

Als mittel- bis langfristige Anlageoption bieten sich Aktien an. Durchschnittlich erzielen Anlage mit Aktien eine Rendite von 5-10% pro Jahr.

Hierfür ist es wichtig, dass man genau prüft, welche Unternehmen für einen persönlich infrage kommen. Möchte man eher auf Wachstumsunternehmen und somit auf Kursgewinne setzen? Oder sucht man eher Dividendentitel – also Unternehmen, die regelmäßig die erwirtschafteten Gewinne an die Aktionäre ausschütten?

Man sollte beachten, dass Aktien sehr volatil sein können. Das bedeutet, dass die Kurse in Abhängigkeit von verschiedensten Faktoren stark schwanken können. Es kann daher vorkommen, dass die Kurse direkt nach dem Erwerb fallen. Gerade neue und unerfahrene Anleger verlieren gleich das Vertrauen in diese Anlageform, verkaufen die Aktien (mit Verlust) und wenden sich enttäuscht vom Aktienmarkt ab. Aktien gesunder Unternehmen führen jedoch mittel- bis langfristig fast immer zu mitunter hohen Kurssteigungen und Renditen. Daher sehe ich Aktien auch als mittel- bis langfristige Anlage. Welche Punkte du beim Vermögensaufbau mit Aktien beachten solltest, kann du hier nachlesen.

Ideal für Anfänger – ETFs

Wer langfristig sparen will – etwa für die Altersvorsorge – dem empfehle ich ETFs (Exchange Trades Funds). Der Anleger kauft hierbei nicht einzelne Aktien, sondern einen Fonds, der die Wertentwicklung eines Index (z.B. des DAX oder des Dow Jones) abbildet. ETFs vereinen damit die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt. ETFs ermöglichen die kostengünstige Investition in ganze Märkte – und das mit nur einem Wertpapier. Oftmals werden ETFs auch als passive Form der Geldanlage bezeichnet. Passiv deshalb, da Anleger nicht selbst entscheiden müssen, welche Aktien zu kaufen. Die Aktienauswahl ist durch den zugrunde gelegten Index bereits vorgegeben.

Ein gutes Investment für Anfänger ist ein ETF auf den MSCI World

Dieser ETF hat sich auf die Fahne geschrieben, den MSCI-World-Netto-Index nachzubilden. Er bildet die Wertentwicklung von Unternehmen in 23 Industrieländern ab. Mit 1.642 (Stand: 31.08.18) Unternehmen weltweit spiegelt der MSCI World Index ungefähr 85% der Marktkapitalisierung in den Industrieländern wider. Enthalten Aktien der größten Unternehmen weltweit.

Welche Kosten fallen an?

ETFs haben im Vergleich zu aktiv gemangten Investmentfonds sehr geringe Kosten. Je nach Anbieter beträgt die Gesamtkostenquote (TER) i.d.R. zwischen 0,10% und 0,60% p.a. und ist damit sehr gering. Im Vergleich dazu kostet ein aktiv gemanagter globaler Aktienfonds zwischen 1,50 und 2,00% pro Jahr. Das ist ein großer Unterschied, da der aktiv gemanagte Fonds auf Jahressicht mindestens 1,5% besser abschneiden muss, um überhaupt diese Kosten zu rechtfertigen. In den letzten Jahren haben dies nicht viele geschafft.

Da der ETF in Aktien der größten Unternehmen weltweit investiert, fallen regelmäßig Dividenden (Gewinnausschüttungen) an. Nicht jeder ETF verfährt mit Dividendenzahlungen gleich. Man unterscheidet hier zwischen einem ausschüttenden und einem thesaurierenden ETF.

a) Ausschüttend

Die im Anlagezeitraum erzielten Dividenden werden an die Anteilseigner ausgeschüttet. Für Anleger, die einen regelmäßigen Zahlungsstrom bevorzugen, eignet sich diese Fondsart.

b) Thesaurierend

Ein anderes Wort für Thesaurierung ist „Reinvestition“. Der Anleger erhält die Dividende nicht ausgezahlt. Diese werden im selben Fonds neu angelegt. Ein thesaurierender ETF lohnt sich daher für Anleger, die auch mit wenig Einsatz ein Vermögen aufbauen wollen, da der Anleger vom Zinseszinseffekt profitiert. Über mehrere Jahre oder Jahrzehnte kann das einen schönen Extra-Profit einbringen.

Sparplan

Ich empfehle einen monatlichen Sparplan auf den MSCI World Index. Diesen kann man leicht bei seinem Online Broker einrichten. So kann man bereits mit 25 € pro Monat langfristig Vermögen aufbauen und profitiert zudem vom sog. Cost Average Effekt.

Selbstverständlich gibt es viele weitere Investitionsmöglichkeiten: Immobilien, Festgeldanlagen, Anleihen, Crowdinvesting sind nur einige Beispiele weiterer Anlagemöglichkeiten.

Egal, wofür du dich entscheidest: Wichtig ist, dass du jetzt damit beginnst 🙂

Weitere Informationen zur Geldanlage für Anfänger findest du hier.

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